Mallorca & Korsika

Unser erster VFR Alpenüberflug mit Sauerstoffausrüstung führte uns nach Mallorca und Korsika. Freut euch auf beeindruckende Bergpanoramen, traumhafte Küsten aus der Luft, besondere Flugerlebnisse und viele Empfehlungen für eure eigene Flugreise ans Mittelmeer.

Vorbereitung und Testflug mit Sauerstoff

Für diese Reise stand etwas Besonderes auf dem Programm: unser erster Alpenüberflug mit Sauerstoffausrüstung.

Mallorca und Korsika sind für uns keineswegs Neuland. In den vergangenen Jahren haben wir bereits mehrere Flugreisen ins Mittelmeer unternommen und dabei verschiedene Routen ausprobiert. Bisher verliefen unsere Strecken jedoch meist entlang der Küsten oder über niedrigere Alpenrouten, sodass wir ohne Sauerstoff auskamen.

Mit unserem neuen Sauerstoffsystem eröffneten sich nun zusätzliche Möglichkeiten bei der Flugplanung. Durch Flughöhen bis FL140 konnten wir die Alpen deutlich direkter überqueren und dadurch wertvolle Flugzeit einsparen. Gleichzeitig versprach die Route spektakuläre Ausblicke auf die Schweizer Alpen.

Einige Tage vor dem eigentlichen Urlaub holten wir die gecharterte Maschine in Braunschweig ab und überführten sie nach Lübeck. Dort wollten wir das neue Sauerstoff-Equipment unter realen Bedingungen testen. Da wir für den Alpenüberflug höhere Reiseflughöhen geplant hatten, war es uns wichtig, vor der Reise genügend Erfahrung mit dem System zu sammeln.

Der Test verlief problemlos und gab uns die nötige Sicherheit für die bevorstehende Tour.

Unser Equipment

Für den Alpenüberflug nutzten wir erstmals ein Sauerstoffsystem von Mountain High. Zum System gehören das O2D2-Gerät, die passenden Nasenkanülen mit Schläuchen sowie eine Sauerstoffflasche.

Die Sauerstoffflasche haben wir separat bei einem Tauchausrüster in Hamburg gekauft. Dort können die Flaschen auch regelmäßig geprüft und wieder befüllt werden. Eine Füllung kostet aktuell etwa 15 Euro und reicht je nach Anzahl der Personen und Flughöhen für mehrere Flüge aus.

Besonders praktisch fanden wir, dass das O2D2-System den Sauerstoff nicht dauerhaft abgibt, sondern nur während des Einatmens. Dadurch wird der Verbrauch deutlich reduziert und die Flasche hält wesentlich länger als bei herkömmlichen Systemen.

Die Gesamtkosten für unser Equipment lagen bei etwa 2.000€.

O2D2 Mountain High
Kanülen
Tasche Sauerstoffflasche
Schwimmwesten

Frisch aus der Wartung Richtung Süden

Kurz vor dem Urlaub erhielt die SR20 bei Skyfox außerdem noch eine frische 50-Stunden-Kontrolle. Nachdem die Wartung abgeschlossen war, fuhren wir nach Hildesheim, wo wir freundlicherweise unser Auto für die Dauer der Reise bei Moritz von Skyfox stehen lassen konnten.

Anschließend wurde das Flugzeug beladen und das Abenteuer konnte beginnen.

Route: EDVM - EDNY - LFJK - LESB - LFJK -EDNY - EDVM

Erste Etappe: Friedrichshafen

Unser erstes Ziel war Friedrichshafen am Bodensee. (Blockzeit: 2:29h)

Dort tankten wir die Maschine auf und verbrachten eine Nacht, bevor es am nächsten Morgen über die Alpen gehen sollte.

AVGAS: 2,70€

Landegebühr (bis 1,6 Tonnen): 46,41€

Ein kleiner Tipp für alle, die spontan reisen möchten: In Friedrichshafen finden regelmäßig größere Veranstaltungen und Messen statt. Wir hatten ursprünglich geplant, uns erst vor Ort eine Unterkunft zu suchen. Leider fand gerade eine große Western- beziehungsweise Cowboy-Messe statt, sodass die Hotels überraschend gut gebucht waren. Mit etwas Glück fanden wir dennoch eine Unterkunft für die Nacht.

Am nächsten Morgen wartete bereits die nächste Überraschung auf uns. Obwohl der Tower wie geplant öffnete, begann die Sicherheitskontrolle beziehungsweise das Handling erst deutlich später. Dadurch verloren wir rund eine Stunde.

Für zukünftige Flüge wissen wir nun: Wer früh morgens aus Friedrichshafen starten möchte, sollte sich vorher unbedingt über die Öffnungszeiten von Handling, OPS und Sicherheitskontrolle informieren.

Hotel

Über die Alpen nach Korsika

Als es schließlich losging, wurden wir für das frühe Aufstehen mehr als belohnt.

Die Route über die Schweizer Alpen war für uns etwas ganz Besonderes. Während wir auf früheren Reisen meist niedrigere Streckenführungen gewählt hatten, ermöglichte uns die Sauerstoffausrüstung nun einen deutlich direkteren Weg über die Alpen. Dadurch verkürzte sich die Reisezeit spürbar und wir wurden gleichzeitig mit beeindruckenden Ausblicken auf die Bergwelt belohnt.

Mit FL140 erreichten wir unsere höchste Reiseflughöhe der Reise. Dank des Sauerstoffsystems verlief der Flug entspannt und komfortabel.

Die Aussicht war schlichtweg spektakulär.

Schneebedeckte Gipfel, tiefe Täler und später die berühmten norditalienischen Seen begleiteten uns auf dem Weg nach Süden. Wir passierten unter anderem die Region rund um den Lago Maggiore, flogen über Mailand und weiter entlang der italienischen Riviera in Richtung Genua.

Je weiter wir nach Süden kamen, desto intensiver wurde das Mittelmeerblau unter uns.

Schon der Anflug auf Ajaccio war ein Erlebnis für sich. Die korsischen Berge, die Küstenlinie und das türkisblaue Wasser ergeben aus der Luft ein beeindruckendes Gesamtbild. (Blockzeit: 3:21h)

Schweizer Alpen

Genua

Tankstopp in Ajaccio

Ajaccio kennen wir mittlerweile recht gut, denn es war bereits unser dritter beziehungsweise vierter Besuch.

Das Handling vor Ort ist ausgesprochen freundlich und unkompliziert. Besonders schön: Bei jedem Besuch begegnen wir dort denselben Mitarbeitern, was fast schon ein wenig Heimatgefühl vermittelt.

AVGAS kann direkt an der Tankstelle mit BP-Karte bezahlt werden. Die Gebühren lassen sich unkompliziert vor Ort begleichen und durch ein Tor gelangt man direkt zu den Mietwagenstationen.

Für uns blieb es diesmal allerdings nur bei einem kurzen Tankstopp, denn unser eigentliches Urlaubsziel wartete bereits.

AVGAS: 2,81€

Landegebühr: 20,83€

Telefonnummer General Aviation (Mobile) : +33 7 88 94 45 99

Telefonnummer General Aviation (Main Office): +33 4 95 23 56 78

Denkt bitte daran, dass ihr in Ajaccio eine PPR (Prior Permission Required) braucht.

Über das Mittelmeer nach Mallorca

Der Flug von Korsika nach Mallorca führte uns über längere Strecken direkt über das Wasser. (Blockzeit: 2:54h)

Natürlich gehörten Schwimmwesten zur Standardausrüstung an Bord.

Je weiter wir uns den Balearen näherten, desto beeindruckender wurde die Aussicht. Zunächst tauchte Menorca vor uns auf, dessen Küstenlinie sich deutlich vom tiefblauen Mittelmeer abhob. Kurze Zeit später kam auch Mallorca in Sicht und wir konnten die Insel bereits aus großer Entfernung erkennen.

Je näher wir Mallorca kamen, desto beeindruckender wurde die Landschaft. Der Anflug auf den Flughafen Son Bonet gehört für uns jedes Mal zu den Highlights der Reise. Anders als auf vielen anderen Flugplätzen fliegt man hier vergleichsweise niedrig über die Insel ein und bekommt bereits beim Anflug einen großartigen Eindruck von den Bergen, Buchten und Küstenlinien.

Das Handling vor Ort sprach zwar kaum Englisch, doch mit etwas Geduld und einer Mischung aus Händen, Füßen und ein paar spanischen Begriffen funktionierte alles problemlos.

Auch die Parkgebühren waren erfreulich überschaubar und lagen für unseren gesamten Aufenthalt (5 Tage) bei etwa 300 Euro.

Taxi Telefonnummer: +34 971 200900

Mallorca aus der Luft

Kaum angekommen und eingecheckt, zog es uns bereits wieder in die Luft.

Das Wetter war perfekt, sodass wir uns spontan für einen Lokalflug rund um die Insel entschieden.

Besonders beeindruckt hat uns dabei das Cap de Formentor. Die steilen Felsklippen, das tiefblaue Meer und die zahlreichen versteckten Buchten wirken aus der Luft noch einmal ganz anders als vom Boden.

Gleichzeitig konnten wir uns schon einige Ziele für die kommenden Tage aussuchen, die wir später mit dem Mietwagen besuchen wollten.

Nach dem Rundflug tankten wir die Maschine direkt wieder voll. So war bereits alles für den späteren Rückflug vorbereitet.

Landegebühr & Parking 5 Tage: 155,00€

Fuelling UTC Operational hours:

SUMMER SEASON: 0730-1200 & 1400-1630

WINTER SEASON: 0745-1215

Refuelling Telefonnummer: +34 639 300 697

AVGAS: 2,89€

Entspannte Urlaubstage auf Mallorca

Die folgenden Tage verbrachten wir ganz bewusst ohne festen Plan.

Mit unserem Mietwagen erkundeten wir verschiedene Ecken der Insel. Natürlich durfte auch ein Besuch in Palma nicht fehlen. Besonders in den Abendstunden zog es uns immer wieder in die Altstadt, wo wir durch die kleinen Gassen schlenderten und in wechselnden Restaurants die mallorquinische Küche genossen.

Auch Pollenca gehörte zu unseren Ausflugszielen. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen und gemütlichen Cafés lädt zum Verweilen ein und vermittelt einen ganz anderen Eindruck von Mallorca als die bekannten Touristenorte an der Küste.

Ein weiteres Highlight war Deia an der Westküste der Insel. Das malerische Bergdorf liegt eingebettet in die Serra de Tramuntana und gilt als eines der schönsten Dörfer Mallorcas. Die Natur, die Aussicht auf das Meer und die besondere Atmosphäre machten den Besuch zu einem der schönsten Ausflüge unserer Reise.

Zwischendurch besuchten wir immer wieder verschiedene Buchten, gingen schwimmen, probierten zahlreiche Restaurants aus und genossen die entspannte Atmosphäre der Insel.

Mallorca bietet weit mehr als nur die bekannten Touristenorte. Besonders die kleinen Küstenorte, versteckten Badebuchten und die vielen guten Restaurants haben uns begeistert.

Unser Hotel überzeugte zwar mit einer wunderschönen Lage in Alcúdia und einer großzügigen Suite inklusive Whirlpool, beim Essen wurden unsere Erwartungen allerdings deutlich enttäuscht.

Deshalb entschieden wir uns schon nach kurzer Zeit, fast ausschließlich auswärts essen zu gehen, eine Entscheidung, die wir nicht bereut haben.

Hotel

Zurück nach Korsika

Nach einigen erholsamen Tagen auf Mallorca begann der zweite Teil unserer Reise. (Blockzeit: 2:44h)

Wir flogen nach Ajaccio und holten uns direkt am Flughafen einen Mietwagen von Sixt. Die Anmietung verlief unkompliziert und kann problemlos direkt nach der Landung erfolgen.

Wer jedoch plant, die Insel ausgiebig zu erkunden, sollte bei der Fahrzeugwahl genau hinschauen: Wir würden eher zu einem Hybrid oder einem klassischen Verbrenner raten. Korsika setzt zwar zunehmend auf Elektrofahrzeuge, die Ladeinfrastruktur ist jedoch vielerorts noch nicht ausreichend ausgebaut. Gerade außerhalb der größeren Städte kann das Nachladen schnell zur Herausforderung werden.

Dieses Mal hatten wir ein Hotel bei einer einheimischen Familie gebucht und das stellte sich als echter Glücksgriff heraus.

Die Gastgeber empfingen uns unglaublich herzlich. Morgens gab es selbstgemachte Croissants, hausgemachte Kekse und ein liebevoll vorbereitetes Frühstück. Man merkte sofort, wie viel Leidenschaft und Gastfreundschaft dahintersteckte.

Am ersten Abend wurden wir im Hafen von Ajaccio sogar von einem beeindruckenden Regenbogen begrüßt, ein perfekter Start in den zweiten Teil unseres Urlaubs.

Landegebühr, Handling & Parking für 4 Tage: 83,20€

Hotel
Mietwagen

Strandbars, Meer und korsische Lebensart

Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen von Entspannung.

Wir verbrachten viel Zeit am Wasser, besuchten verschiedene Strandbars und genossen die korsische Küche.

Natürlich durften auch frische Muscheln nicht fehlen.

Ein weiteres Highlight war unser Besuch der Tour de la Parata. Der historische Wachturm liegt auf einer Landzunge westlich von Ajaccio und bietet einen fantastischen Blick auf das Meer und die vorgelagerten Îles Sanguinaires.

Zwischen Wanderungen, Strandbesuchen und Restaurantabenden vergingen die Tage viel zu schnell.

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns eine kleine Beachbar abseits der bekannten Touristenorte. Obwohl sie direkt am Wasser lag, war dort erstaunlich wenig los. Genau solche Orte machen für uns den Reiz von Korsika aus.

Strandbar

Fazit

Mallorca und Korsika sind für uns eine perfekte Kombination.

Mallorca begeistert mit abwechslungsreichen Landschaften, beeindruckenden Küsten und einer hervorragenden Infrastruktur. Korsika überzeugt dagegen mit seiner Ursprünglichkeit, den spektakulären Bergen und der entspannten französischen Lebensart.

Der Flug über die Alpen war eines der großen Highlights dieser Reise. Unser Sauerstoffsystem hat sich dabei hervorragend bewährt und eröffnete uns Möglichkeiten, die wir auf niedrigeren Flughöhen nicht gehabt hätten.

Am Ende führte uns die Route wieder über Friedrichshafen zurück nach Deutschland.

Zurück blieben viele Flugstunden, unzählige Eindrücke und einmal mehr die Erkenntnis, dass sich Europa mit einem kleinen Flugzeug auf eine ganz besondere Art entdecken lässt.

Ajaccio (LFJK)- Friedrichshafen (EDNY) Blockzeit: 3:08h

Friedrichshafen (EDNY) - Hildesheim (EDVM) Blockzeit: 2:13h

Bericht: Johanna Marxen