Ein Wochenendtrip nach Roskilde, Kopenhagen und Hillerød
Lübeck - Roskilde - Lübeck
Juli 2024
Flug nach Roskilde
Nicht jede Flugreise muss ans Mittelmeer führen. Manchmal liegen die schönsten Ziele direkt vor der Haustür.
Für uns ging es dieses Mal von Lübeck nach Roskilde in Dänemark, ein perfektes Ziel für einen spontanen Wochenendtrip mit dem Flugzeug.
Der Flug von Lübeck nach Roskilde führt über die Ostsee und ist auch für Passagiere ein tolles Erlebnis. Nach einem entspannten Flug erreichten wir den Flughafen Roskilde, der sich als angenehm unkompliziert erwies.
Bereits vor unserer Anreise hatten wir einen Mietwagen bei Europcar reserviert, den wir direkt am Flughafen übernehmen konnten. Die Fahrzeit vom Flughafen Roskilde bis ins Zentrum von Kopenhagen beträgt je nach Verkehr etwa 35 bis 45 Minuten und ist damit angenehm kurz.
Bevor wir nach Kopenhagen weiterfuhren, legten wir noch einen kurzen Stopp am Greve Strand ein. Besonders der kleine Hafen mit seinen liebevoll gestalteten, bunten Häuschen hat uns begeistert. Der kleine Küstenort versprüht eine ganz besondere Atmosphäre und eignet sich perfekt für einen kurzen Spaziergang.
Anschließend ging es weiter nach Kopenhagen, wo wir zunächst unser Hotel bezogen (AC Hotel Bella Sky Copenhagen) und unser Gepäck abstellten, bevor wir uns direkt auf den Weg in die Stadt machten.
Das AC Hotel Bella Sky Copenhagen können wir leider nicht empfehlen!
Nyhavn und eine Bootstour durch Kopenhagen
Unser erstes Ziel war der berühmte Nyhavn. Die bunten Häuserfassaden, die historischen Schiffe und die entspannte Atmosphäre machen diesen Ort zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Kopenhagens.
Besonders schön fanden wir die vielen kleinen Details entlang des Hafens. Die farbenfrohen Gebäude, die Schiffe im Wasser und die zahlreichen Restaurants verleihen dem Viertel einen ganz besonderen Charme.
Von dort aus starteten wir eine Bootstour durch die Kanäle der Stadt. Diese können wir wirklich jedem empfehlen, der Kopenhagen besucht. Man bekommt einen hervorragenden Überblick über die Stadt und sieht viele Sehenswürdigkeiten aus einer ganz anderen Perspektive. Die Tour war für uns eines der Highlights des gesamten Wochenendes.
Zu Fuß durch Kopenhagen
Nach dem Mittagessen erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Und genau das würden wir auch jedem Besucher empfehlen. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander und lassen sich bequem erlaufen.
Am Ende des Tages standen über 25.000 Schritte auf unserer Uhr.
Unser Weg führte uns unter anderem zur Kastellet-Festung mit ihrer bekannten Windmühle, zur St. Alban's Church sowie zur kleinen Meerjungfrau. Rund um die Sehenswürdigkeiten befinden sich wunderschöne Parkanlagen, gepflegte Grünflächen und kleine Wege, die zum Spazieren einladen.
Was uns jedoch am meisten beeindruckt hat, war die Stadt selbst.
Ich habe noch nie in meinem Leben eine so saubere und schöne Stadt gesehen wie Kopenhagen. Egal ob Straßen, Parks, Plätze oder öffentliche Bereiche, alles wirkte gepflegt, ordentlich und unglaublich einladend. Dazu kommt die wunderschöne Architektur, die man an jeder Ecke entdeckt.
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Die Kleine Meerjungfrau
Natürlich durfte auch ein Besuch bei der berühmten Kleinen Meerjungfrau nicht fehlen. Die Bronzestatue gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Dänemarks und sitzt seit 1913 auf einem Felsen am Hafen von Kopenhagen.
Die Figur basiert auf dem weltberühmten Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen. Mit einer Höhe von gerade einmal 1,25 Metern fällt die Statue deutlich kleiner aus, als viele Besucher erwarten. Gerade das macht ihren besonderen Charme aus.
Interessant ist außerdem, dass die Kleine Meerjungfrau im Laufe der Jahrzehnte mehrfach beschädigt und sogar enthauptet wurde. Trotzdem wurde sie jedes Mal restauriert und gilt heute als eines der wichtigsten Wahrzeichen Kopenhagens. Trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe zieht sie jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt an.
Kastellet und die historische Windmühle
Ein besonderes Highlight unseres Spaziergangs war das Kastellet, eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen Europas. Die sternförmige Festung wurde bereits im 17. Jahrhundert zum Schutz Kopenhagens erbaut und wird teilweise bis heute militärisch genutzt. Trotz ihrer historischen Bedeutung wirkt die Anlage heute eher wie ein großer Park mitten in der Stadt. Viele Einheimische nutzen die Wege auf den alten Wallanlagen zum Spazierengehen oder Joggen.
Mitten in der Festung befindet sich die historische Windmühle, die zu den bekanntesten Fotomotiven des Kastellets zählt. Die heutige Mühle stammt aus dem Jahr 1847 und diente damals der Versorgung der Soldaten innerhalb der Festung. In Zeiten von Belagerungen sollte das Kastellet möglichst unabhängig von Lieferungen von außerhalb sein, weshalb hier eigenes Getreide zu Mehl verarbeitet wurde.
Besonders schön fanden wir den Kontrast zwischen der alten Windmühle, den roten Kasernengebäuden, den Wassergräben und den gepflegten Grünflächen. Von den Wallanlagen hat man immer wieder tolle Ausblicke auf die Festung und die umliegenden Parks. Obwohl sich dieser Ort mitten in Kopenhagen befindet, herrscht hier eine erstaunliche Ruhe.
St. Alban’s Church
Direkt neben dem Kastellet befindet sich die St. Alban’s Church, die mit ihrer neugotischen Architektur und den markanten Türmen sofort ins Auge fällt. Die Kirche wurde 1887 für die englische Gemeinde in Kopenhagen erbaut und wird daher oft auch als „englische Kirche“ bezeichnet.
Besonders schön fanden wir die Lage direkt am Wasser, umgeben von Grünflächen und mit Blick auf den nahegelegenen Gefion-Brunnen. Die ruhige Atmosphäre und die beeindruckende Architektur machen die St. Alban’s Church zu einem lohnenswerten Zwischenstopp bei einem Spaziergang durch diesen Teil Kopenhagens.
Abendstimmung am Nyhavn
Am Abend kehrten wir noch einmal an den Nyhavn zurück und genossen die besondere Atmosphäre direkt am Wasser.
Traditionell standen Muscheln auf dem Speiseplan, schließlich gehört ein Besuch am Hafen irgendwie auch dazu. Bei einem gemütlichen Abendessen mit Blick auf die historischen Segelschiffe und die bunten Häuserfassaden ließen wir den Tag entspannt ausklingen. Gerade in den Abendstunden entwickelt der Nyhavn seinen ganz besonderen Charme. Die Sonne spiegelt sich im Wasser, die Restaurants füllen sich langsam und überall herrscht eine entspannte, maritime Atmosphäre.
Einen kleinen, eher ungewöhnlichen Tipp möchten wir an dieser Stelle ebenfalls teilen: die öffentlichen Toiletten direkt am Nyhavn. Über eine Treppe gelangt man in historische, unterirdische Anlagen, die bereits seit vielen Jahrzehnten Teil des Hafenviertels sind. Was uns dort besonders überrascht hat, war der Zustand der Anlage. Die alten Holztüren, die liebevolle Gestaltung und die außergewöhnliche Sauberkeit machen diesen Ort tatsächlich zu einer kleinen Besonderheit. So seltsam es klingt: Ich habe noch nie eine so saubere öffentliche Toilette gesehen. Selbst solche kleinen Details zeigen, mit wie viel Sorgfalt und Liebe zum Detail Kopenhagen gestaltet und gepflegt wird.
Schloss Frederiksborg in Hillerød
Am nächsten Morgen machten wir uns mit dem Mietwagen auf den Weg nach Hillerød zum beeindruckenden Schloss Frederiksborg.
Schon von außen ist das Schloss ein echter Blickfang. Umgeben von Wasser und weitläufigen Gartenanlagen wirkt es fast wie ein Märchenschloss.
Schloss Frederiksborg wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von König Christian IV erbaut und gilt als das größte Renaissance-Schloss Skandinaviens. Über viele Jahrhunderte wurden hier die dänischen Könige gekrönt, weshalb das Schloss eine besondere Bedeutung für die Geschichte des Landes hat.
Besonders beeindruckend ist die Lage auf mehreren kleinen Inseln mitten im Schlosssee. Egal aus welcher Richtung man sich dem Schloss nähert, ergeben sich immer wieder neue Perspektiven und Fotomotive.
Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1859 wurde das Schloss aufwendig restauriert und erstrahlt heute wieder in seinem ursprünglichen Glanz. Heute befindet sich dort das Nationalhistorische Museum Dänemarks.
Wir verbrachten mehrere Stunden damit, durch die Schlossanlage und die wunderschön angelegten Barockgärten zu spazieren. Besonders die Gartenanlagen haben uns begeistert. Überall gibt es kleine Wege, Aussichtspunkte und ruhige Plätze zum Verweilen. Wer Kopenhagen besucht und etwas Zeit mitbringt, sollte einen Ausflug nach Hillerød unbedingt einplanen.
Rückflug nach Lübeck
Nach unserem Besuch in Hillerød machten wir uns am späten Nachmittag wieder auf den Weg zurück zum Flughafen Roskilde.
Auch dort verlief alles völlig unkompliziert. Parkmöglichkeiten waren ausreichend vorhanden und die Abwicklung am Flughafen war angenehm entspannt.
Wir hatten vorsorglich vorher nachgefragt, ob das Parken möglich ist, was jedoch überhaupt kein Problem darstellte.
Kurz darauf ging es wieder in die Luft und zurück nach Lübeck. (Flugzeit: 1h)
Fazit
Kopenhagen hat uns auf ganzer Linie begeistert. Die Kombination aus maritimer Atmosphäre, beeindruckender Architektur, wunderschönen Parks und einer außergewöhnlich sauberen Stadt macht die dänische Hauptstadt zu einem perfekten Ziel für einen Wochenendtrip.
Aus unserer Sicht ist Roskilde ein hervorragendes Reiseziel.
Der Flughafen ist unkompliziert, die Infrastruktur ist gut und mit dem Mietwagen erreicht man Kopenhagen in kurzer Zeit.
Wer einen entspannten Städtetrip mit dem Flugzeug sucht, sollte Kopenhagen definitiv auf seine Liste setzen.
Bericht: Johanna Marxen