BZF II Prüfung am Flughafen Köln/Bonn – Erfahrungsbericht vom 15.12.2022

Wer sich auf die BZF II - Prüfung vorbereitet, fragt sich oft, wie der praktische Prüfungsteil tatsächlich abläuft. Deshalb möchte ich hier meine Erfahrungen von der Prüfung am 15. Dezember 2022 aus Köln teilen.

Allgemeiner Ablauf

An diesem Prüfungstag nahmen insgesamt fünf Prüflinge teil. Die Prüfung wurde von Rainer Bexten abgenommen.

Begonnen wurde mit dem mündlichen Teil. Zunächst mussten die Teilnehmer der BZF I - Prüfung einen englischen Luftfahrttext aus der AIP übersetzen. Anschließend startete die praktische Sprechfunkprüfung.

Als Flugplatz für An- und Abflug wurde Köln/Bonn (EDDK) verwendet. Die Prüfung begann direkt bei der Rollkontrolle. (Delivery wurde weg gelassen)

Die Prüflinge durften ihre Flugzeugkennung selbst wählen, ebenso den verwendeten ATIS-Buchstaben sowie die Ein- und Ausflugroute. Vorgegeben war lediglich die Parkposition „Vorfeld V“.

Der Abflug – Fokus auf die Rollfreigabe

Der praktische Prüfungsteil begann direkt bei der Rollkontrolle des Flughafens Köln/Bonn. Als Startposition war Vorfeld V vorgegeben. Nach dem ersten Funkkontakt erhielt ich unmittelbar eine umfangreiche Rollfreigabe.

Die Anweisung lautete, über die Rollwege T, B und C zum Rollhalt der Piste 31L zu rollen. Zusätzlich musste die Piste 14R gekreuzt werden, bevor vor der Piste 06 gehalten werden sollte.

Gerade solche Freigaben sind typisch für größere Verkehrsflughäfen und werden deshalb gerne in Prüfungen verwendet. Anders als an kleineren Flugplätzen besteht eine Rollfreigabe oft nicht nur aus einem einzelnen Rollweg, sondern aus mehreren aufeinanderfolgenden Anweisungen, die korrekt verstanden und vollständig zurückgelesen werden müssen.

In diesem Fall bedeutete die Freigabe zunächst das Rollen vom Vorfeld V auf den Rollweg T. Von dort ging es weiter über den Rollweg B und anschließend auf den Rollweg C in Richtung der Startbahn 31L.

Besondere Aufmerksamkeit war beim Kreuzen der Piste 14R erforderlich. Sobald eine Pistenkreuzung Bestandteil einer Rollfreigabe ist, muss diese zwingend vollständig zurückgelesen werden. Die Prüfer achten hierbei besonders darauf, da Pistenkreuzungen im realen Flugbetrieb sicherheitsrelevant sind.

Nach dem Überqueren der Piste 14R war die Rollfreigabe jedoch noch nicht beendet. Stattdessen musste zunächst vor der Piste 06 angehalten werden. Dort erfolgte eine weitere Freigabe zum Überqueren der Piste.

Auch dieser Teil ist typisch für die Prüfung: Rollfreigaben werden häufig in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Dadurch soll überprüft werden, ob der Prüfling aufmerksam zuhört und nicht automatisch davon ausgeht, dass weitere Pisten ohne ausdrückliche Freigabe überquert werden dürfen.

Nach Erhalt der Freigabe durfte die Piste 06 überquert werden. Anschließend wurde ich angewiesen, bei Abflugbereitschaft den Tower auf der Frequenz 123,450 zu kontaktieren.

Nach dem Frequenzwechsel meldete ich mich am Rollhalt der Piste 31L abflugbereit. Vor dem eigentlichen Start musste zunächst eine landende Piper PA-28 gemeldet werden, die sich im kurzen Endanflug befand. Nachdem das Flugzeug in Sicht war, erhielt ich die Anweisung, hinter der gelandeten Maschine bis zum Abflugpunkt der Piste 31L zu rollen.

Erst dort erfolgte die eigentliche Startfreigabe beziehungsweise die SVFR-Freigabe zum Verlassen der Kontrollzone. Diese enthielt mehrere Informationen gleichzeitig:

“D-ETFP verlassen Sie die Kontrollzone SVFR über Sierra 2500ft, nach dem abheben steigen Sie geradeaus in Pistenrichtung, nach durchfliegen 1000ft drehen Sie links S2, S1 Squawk 2332”

Insgesamt zeigte dieser Teil der Prüfung sehr gut, worauf es beim BZF II ankommt: Nicht das Auswendiglernen einzelner Funksprüche steht im Vordergrund, sondern das sichere Erfassen, Verstehen und korrekte Zurücklesen auch längerer und komplexerer Freigaben.

Quelle: DFS AIP - Die Karten sind nicht zur Navigationszwecken vorgesehen

Der Anflug

Im zweiten Teil der praktischen Prüfung wurde ein Anflug nach Köln/Bonn simuliert.

Der Erstaufruf erfolgte etwa fünf Minuten südlich von S1 auf 2.300 Fuß. Nach der Anmeldung erhielt ich die Freigabe, über die Sierra-Route in die Kontrollzone einzufliegen und direkt in den Queranflug der Piste 31L einzudrehen.

Während des Anflugs mussten die Pflichtmeldungen an den Meldepunkten S1 und S2 abgegeben werden. Im Queranflug fragte der Prüfer zusätzlich nach dem aktuellen Steuerkurs. (Steuerkurs Queranflug 040)

Kurz darauf erfolgte die Landefreigabe für die Piste 31L. Nach der simulierten Landung erhielt ich die Anweisung, die Piste über den Rollweg T2 zu verlassen.

Damit war der praktische Funkteil beendet.

Quelle: DFS AIP - Die Karten sind nicht zur Navigationszwecken vorgesehen

Zusätzliche Fragen

Nach der Funkprüfung wurden den Prüflingen noch einige Fachfragen gestellt.

Ein Teilnehmer musste eine vollständige Notmeldung (MAYDAY) absetzen.

Mir wurde die Aufgabe gestellt, einen Rollhalt zu beschreiben und die wichtigsten Merkmale sowie das richtige Verhalten an einem Rollhalt zu erläutern.

Der schriftliche Teil

Im Anschluss folgte die bekannte theoretische Prüfung mit 100 Multiple-Choice-Fragen aus den Bereichen Luftrecht, Flugfunkverfahren, Navigation, Meteorologie und allgemeine Luftfahrtkenntnisse.

Mein Fazit

Die Prüfung war insgesamt fair aufgebaut und entsprach weitgehend dem Niveau der offiziellen Ausbildungsunterlagen.

Besonders wichtig ist es, die Standardphrasen sicher zu beherrschen und Freigaben sauber zurücklesen zu können.

Wer regelmäßig Funkbeispiele übt und die wichtigsten Verfahren für kontrollierte Flugplätze verinnerlicht, sollte den praktischen Teil gut meistern können.

Ich hoffe, dieser Erfahrungsbericht hilft zukünftigen Prüflingen bei der Vorbereitung auf ihre BZF-II-Prüfung.