BZF 1 Prüfung - München Erfahrungsbericht vom Juni 2026

Bericht: Robin P. (Training 4Pilots Schüler)

Vor Kurzem stand für mich die BZF I Prüfung in München an. Vorweg kann ich sagen:

Die Prüfung war sehr fair, die Atmosphäre angenehm und die Prüfer ausgesprochen freundlich. Wer sich vernünftig vorbereitet hat, braucht vor dieser Prüfung keine Angst zu haben.

Ablauf der Prüfung

Die Prüfung begann mit dem Übersetzen der englischen Texte. Hier wurde jeder Prüfling einzeln aufgerufen und durfte den Raum alleine betreten. Nachdem alle Teilnehmer den englischen Teil absolviert hatten, folgte die praktische Funkprüfung.

Erst nach Abschluss des praktischen Teils wurde die Theorieprüfung geschrieben.

Wichtig zu wissen: Der Abflug wurde auf Deutsch durchgeführt, der Anflug anschließend auf Englisch.

Vorbereitung auf die Funkprüfung

Für die praktische Prüfung erhielten wir ausgedruckte DIN-A4-Karten, auf denen wir Notizen machen und Markierungen einzeichnen durften.

Die Vorbereitungszeit betrug etwa 25 Minuten. Das war vollkommen ausreichend. Wer wollte, konnte sich bereits nahezu alle Funksprüche vorab notieren und die gesamte Route detailliert vorbereiten.

Für alle Prüflinge galt derselbe Flug:

Abflug Sylt – Anflug Hannover

Die Routen waren nicht vorgegeben und konnten selbst gewählt werden. Wenn man hier clever plant, konnte man natürlich ggf. notwendige Pistenüberquerungen evtl. umgehen. Das Rufzeichen durfte frei gewählt werden. Auch den ATIS-Buchstaben konnte sich jeder selbst aussuchen.

Anders als bei manchen Prüfungen wurde nicht reihum gefunkt. Jeder Prüfling musste eigenverantwortlich erkennen, wann der nächste Funkspruch erforderlich war und entsprechend selbstständig funken.

Abflug Sylt (EDXW)

Ich habe den Ausflug über LIMA geplant.

Da bereits mein Einleitungsanruf korrekt verlief, gab es beim Rollen und beim anschließenden Abflug keine größeren Überraschungen. In meinem Fall spielte Sonder-VFR keine Rolle.

Die Prüfer wirkten von Anfang an entspannt und fair. Es entstand nie der Eindruck, dass versucht wurde, die Prüflinge mit unnötigen Schwierigkeiten aus dem Konzept zu bringen.

Bei einigen anderen Teilnehmern zeigte sich allerdings, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist. Während ich mich bereits im Anflug auf Hannover befand, hatten manche Prüflinge den Abflug noch nicht abgeschlossen. Dort gab es teilweise Schwierigkeiten bei den Abläufen und den Funksprüchen.

Flugplatzkarte: Sylt (EDXW)

Sichtflugkarte: Sylt (EDXW)

Quelle: DFS AIP - Die Karten sind nicht zur Navigationszwecken vorgesehen

Anflug Hannover (EDDV)

Mein Einflug erfolgte über November 1 (N1) und anschließend November 2 (N2).

Nachdem ich N1 gemeldet hatte, erhielt ich die Anweisung, als Nächstes N2 zu melden.

Kurz darauf stellte der Prüfer bereits die Frage:

"Runway in sight?"

Nachdem ich dies bestätigt hatte, erhielt ich direkt die Freigabe, in den Endanflug auf die Piste 09C einzufliegen.

Da der Prüfer offensichtlich bemerkte, dass ich die Verfahren sicher beherrschte, gab es keine weiteren Zusatzaufgaben oder Rückfragen.

Nach der Landung erhielt ich noch die Rollfreigabe zum GAT. Damit war die praktische Prüfung für mich beendet.

Anschließend musste ich noch einige Zeit warten, bis die übrigen Prüflinge ihre Prüfungen abgeschlossen hatten.

Sichtflugkarte: Hannover (EDDV)

Flugplatzkarte: Hannover (EDDV)

Quelle: DFS AIP - Die Karten sind nicht zur Navigationszwecken vorgesehen

Zusätzliche Chancen bei Fehlern

Besonders positiv fiel auf, dass die Prüfer wirklich bemüht waren, den Teilnehmern eine faire Chance zu geben.

Bei einem Prüfling lief die praktische Prüfung leider überhaupt nicht gut. Dennoch wurde versucht, ihm durch eine zusätzliche Aufgabe in Form einer PAN PAN-Meldung noch eine weitere Möglichkeit zu geben, sein Können unter Beweis zu stellen.

Leider konnte auch diese Aufgabe nicht erfolgreich bewältigt werden, sodass der Teilnehmer die Prüfung letztendlich nicht bestand.

Gerade dieses Beispiel zeigt aber sehr deutlich, dass die Prüfer keineswegs darauf aus waren, jemanden durchfallen zu lassen. Im Gegenteil: Es wurde versucht, den Teilnehmern zusätzliche Chancen einzuräumen.

Theorieprüfung

Nach Abschluss der praktischen Prüfung folgte die Theorieprüfung.

Diese wurde gemeinsam mit der nächsten Gruppe von Prüflingen geschrieben.

Der Fragenkatalog bestand aus 100 Multiple-Choice-Fragen, von denen mindestens 75 Fragen richtig beantwortet werden mussten, um die Prüfung zu bestehen.

Wer die bekannten Prüfungsfragen zuvor ausreichend geübt hat, sollte hier allerdings keine größeren Schwierigkeiten haben.

Mein Fazit

Insgesamt war die BZF I Prüfung in München eine sehr fair organisierte Prüfung.

Auffällig war, dass die Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen zur Prüfung erschienen sind. Einige waren noch relativ am Anfang ihrer fliegerischen Ausbildung und verfügten hauptsächlich über die ersten Erfahrungen aus ihren Flugstunden.

Während der praktischen Prüfung zeigte sich deutlich, wie groß der Unterschied eine gründliche Vorbereitung machen kann. Bei mehreren Prüflingen kam es zu Unsicherheiten bei den Abläufen und Funksprüchen. Teilweise verlief die Prüfung nur mit Unterstützung der Prüfer weiter und einige Teilnehmer taten sich sichtbar schwer. Nach meinem Eindruck haben einige Prüflinge die Prüfung eher knapp bestanden.

Während ich mich bereits im Anflug auf Hannover befand, hatten andere Teilnehmer den Abflug noch nicht abgeschlossen. Das lag aus meiner Sicht vor allem an fehlender Vorbereitung und mangelnder Übung der Standardverfahren.

Ein Prüfling, der die Prüfung leider nicht bestanden hat, hatte sich nach eigener Aussage ausschließlich mit YouTube-Videos vorbereitet.

Aus meiner persönlichen Sicht sind YouTube-Videos eine sinnvolle Ergänzung, ersetzen jedoch keine strukturierte Vorbereitung. Die praktische Prüfung verlangt deutlich mehr, als Funksprüche nur anzuhören. Man muss die Verfahren verstehen, die richtigen Entscheidungen treffen und sicher sowie selbstständig funken können.

Deshalb würde ich jedem angehenden Piloten empfehlen, an einem entsprechenden Vorbereitungskurs teilzunehmen. Dabei geht es nicht nur darum, die Prüfung zu bestehen. Viel wichtiger ist es, ein solides Verständnis für den Sprechfunk zu entwickeln und Sicherheit im Umgang mit kontrollierten Flugplätzen und Kontrollzonen zu gewinnen.

Gerade später, wenn man alleine unterwegs ist, zahlt sich eine gute Vorbereitung aus. Das Ziel sollte nicht nur ein bestandenes BZF sein, sondern vor allem sicheres und souveränes Funken im echten Flugbetrieb.

Mein Eindruck war daher eindeutig: Faire Bedingungen, nette Prüfer und eine Prüfung, vor der man mit einer guten Vorbereitung keine Angst haben muss.